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Belastbarer Untergrund

Schädigung einer Stahlbetonbodenplatte in einer Tiefgarage durch chloridinduzierte Korrosion
Schädigung einer Stahlbetonbodenplatte in einer Tiefgarage durch chloridinduzierte Korrosion

[17|06|2015]

Ein Forschungsprojekt entwickelt chlorid- und wasserdichte Bodenplatten für Parkhäuser und Tiefgaragen

Die Anzahl an Autos in Deutschland nimmt immer weiter zu. Das bedeutet auch, dass mehr Parkraum für Fahrzeuge gebraucht wird. In Städten, wo wenige Parkflächen verfügbar sind, ist zum Beispiel der Bau von Tiefgaragen bei Neubauten oft vorgeschrieben. Auch Parkhäuser stellen eine wirtschaftliche Möglichkeit dar, ruhenden Verkehr aufzunehmen.

 

Tiefgaragen und Parkdecks erfordern aber besondere Maßnahmen zur Sicherstellung ihrer Dauerhaftigkeit, da sie unter besonderer Belastung stehen: Chloridhaltige Taumittel werden in der Winterperiode in den Radkästen von Autos eingeschleppt und gelangen dann an die tragenden Stahlbetonbauteile und über Diffusion in das Bauteilinnere. Ist eine kritische Konzentration überschritten, kann eine chloridinduzierte Korrosion an der Bewehrung aus Stahl im Betoninneren den Stahlquerschnitt deutlich verringern. Gerade für Tiefgaragen-Bodenplatten, die mit Grundwasser in Berührung kommen, existieren derzeit nur sehr unwirtschaftliche Methoden zur Sicherung der Dauerhaftigkeit.

 

Skizze der beabsichtigten technologischen Entwicklung
Skizze der beabsichtigten technologischen Entwicklung

 

Chloridabweisende Bodenplatten

Ziel des Vorhabens an der Fakultät für Bauingenieurwesen der Hochschule München ist die Entwicklung eines chlorid- und wasserdichten Sollrisselementes, das für den Neubau von Tiefgaragen die Herstellung einer dauerhaften und wartungsarmen Stahlbetonbodenplatte gewährleistet. Außerhalb der Sollrissbereiche soll eine rissfreie Bodenplatte aus unbeschichtetem Stahlbeton ausgeführt werden.

 

„Durch gezielte Schwächung der Stahlbetonquerschnitte werden Sollrisse erzeugt, die dann mit einem Acrylat- bzw. PUR-Harz so verpresst werden, dass über den Riss keine Chloride in das Bauteilinnere eindringen können“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Christoph Dauberschmidt. Dazu werden zahlreiche Produkte und Verfahren weiterentwickelt sowie verschiedene Untersuchungen durchgeführt.

 

Das Projekt wird in Kooperation mit der Drytech Abdichtungstechnik GmbH durchgeführt und durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gefördert.

 

Christoph Dauberschmidt / Maike Hannen