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Exkursion mit dem Praxissemester am 20.06.2017

[26|06|2017]

Im Rahmen des Praxissemesters sollen die Studierenden einen Überblick über spätere Berufsfelder des Bauingenieurberufs kennenlernen. Unsere Exkursion führte uns diesmal in den Raum Berchtesgaden, wo wir Gäste des Staatlichen Bauamtes Traunstein waren.

 

 

 

 

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Das Thema der Exkursion waren Verkehrswege mit Georisiken im Gebirge. Für den sicheren Verkehrsablauf müssen Straßen im Gebirge laufend hinsichtlich möglicher Georisiken überprüft und drohende Gefahren durch geeignete Maßnahmen abgewendet werden.

 

 

 

 

praxissemester2 So ist das Staatliche Bauamt mit seinen Bauingenieuren die zuständige Stelle, die jegliche Prüfung von Felswänden oberhalb von Straßen hinsichtlich Steinschlag, Murenabgängen und im Winter Lawinen und Eisschlag vornehmen und um Schäden zu vermeiden baulich sichern muss.

An der Inzeller Max Aicher Arena fanden dazu eine Einführung anhand von Plänen und ein erster Überblick für die Studierenden statt.

 

 

Die erste Station unserer Besichtigungstour führte dann zu einer Baustelle am Gletscher Garten im Zuge der Deutschen Alpenstraße, bei der ein aus den dreißiger Jahren stammendes Gewölbebauwerk derzeit abgebrochen und anschließend neu aufgebaut wird. Problem ist dabei die Aufrechterhaltung des starken Verkehrs.

Unser nächster Besichtigungspunkt führte zu zwei exponierten Stellen mit Steinschlaggefahren, welche laufend kontrolliert und mehrfach im Jahr auch baulich geräumt werden müssen. Wie schwer die Ausrüstung der Kontrolleure und des Räumpersonals mit Kletterausrüstung zur Abseilung und Sicherung wiegt (Dabei sind noch keine Arbeitsmittel wie Laptop, Foto, usw. bei den Ingenieuren oder Brechwerkzeugen bei den Räumarbeitern berücksichtigt) konnten die Studierenden selbst erfahren. Bei den herrschenden Temperaturen am Dienstag, eine Herausforderung.

Die nächste Station führte uns zu einer Lawinen- und Murengalerie nahe dem Thumsee. Dort wurde, berechnet auf einen Felssturz aus großer Höhe, ein Schutzbauwerk mit modernsten Berechnungsmethoden dimensioniert und wieder unter den starken Verkehrsströmen errichtet. Massivste Betonbauteile sollen bei einem Blockabsturz dann die Energie aufnehmen und schwere Schäden verhindern.

 

praxissemester3 Der gerade im Bau befindliche Rettungsstollen am Wendelbergtunnel verschaffte uns dann etwas Abkühlung im Berg. Tunnelbau für das Nachrüsten von Fluchtwegen im Gefahrenfall ist hier ein weiteres interessantes Arbeitsfeld für die Bauingenieure beim Bauamt. Ergänzt wurde die Baustellenbesichtigung durch die Erläuterung der Betriebszentrale für die technischen Tunneleinrichtungen

Im Zuge des „kleinen deutsches Ecks“ einer bekannten Verkehrsverbindung zwischen Deutschland und Österreich liegt die Baustelle des Bodenbergs mit seiner schwierigen Linienführung am Hang unterhalb einer Felswand bei problematischen Wasserverhältnissen und schwieriger Geologie.

 

praxissemester4 Hier wurde uns das problematische Arbeiten unter Verkehr an exponierter Stelle ohne Umleitungsmöglichkeit und die Gründung der angelehnten Straße im Hangfelsen in nur einem knappen Bauzeitfenster eines Jahres erklärt. Umleitungsstrecken würden über 100 km betragen. Durch die Witterung über das Jahr und den normalen sowie insbesonders den Reiseverkehr im Sommer werden hier nur baubetrieblich ausgeklügelte Verfahren eingesetzt. Allerdings ziehen sich diese Arbeiten aus den geschilderten Gründen über mehrere Jahre bzw. Bauzeiten.

Unsere letzte Station bildeten die Steinschlagsicherungen entlang der sieben Kilometer langen Straße auf das Kehrsteinhaus.

 

Dort muss alljährlich nicht nur eine Kontrolle des Felsens oberhalb der Straße, sondern eine Freigabe für den verkehrssicheren Betrieb erfolgen. Zahlreiche Schutzeinrichtungen wie Fangzäune, usw. wurden daher in den letzten Jahren errichtet. Anhand von Fotos und Plänen wurden Felssturzereignisse der letzten Jahre gezeigt. Diese lassen die dann gewaltigen Kräfte erkennen.

Den Höhepunkt bildete dann eine kurze Bergtour zum Kehrsteingipfel oberhalb des Kehlsteinhauses. Ein Gipfelfoto der Teilnehmer zeugt von einer nicht nur höchstinteressanten Exkursion, sondern einem schönen gemeinsamen Erlebnis in der Studienzeit.

 

Wir bedanken uns bei den Vertretern des Staatlichen Bauamtes Traunstein für die ausgezeichneten Führungen und Erläuterungen und die gute Brotzeit mit Blick auf den Watzmann und Hochkalter auf dem Parkplatz an der Alpenstraße.